Donnerstag, 8. Mai 2014

arbeits- und lebensupdate in phnom penh



im großen und ganzen geht es mir hier sehr gut. heimweh hatte ich bis jetzt keines, auch wenn man die ein oder anderen dinge/menschen vermisst. (z.b.: frühling und Erdbeeren, obwohl es hier viele andere früchte gibt...)

da ich deutsche bin rede ich mal als erstes über das wetter. es ist immer noch recht heiß, auch wenn es ab und an mal regnet und es für eine kurze zeit etwas "abkühlt". man kann dann jedenfalls schlafen, ohne schweißgebadet aufzuwachen! bald fängt die regenzeit an, worauf ich sehr gespannt bin. die straßen werden sich hier dann etwas verändern...
die hitze + arbeiten macht sehr müde, weshalb man sich immer wieder ein paar ruhepausen mit kaffee und klimaanlage gönnen muss.

die wochenende sind meist gefüllt mit menschen treffen, essen, massagen, relaxen und das nachtleben erkunden. es gibt zum beispiel eine echt nette raggaebar, die oben auf einer dachterasse eines Hochhauses ist oder das "Heart of darkness"! man sagt sich, dass dies der beste club phnom penhs ist. nunja die musik ist nicht meine aber man kann ganz spaßige abende dort haben. viele clubs in phnom penh sind oft entweder nur von weißen oder nur von khmers besucht aber hier ist es sehr gemischt.
natürlich gibt es noch tausend andere bars und clubs, also langweilig wird es hier nicht!
letztes wochenende habe ich eine alte bekannte aus gießen getroffen. hatten vorher bei facebook festgestellt, dass wir beide gerade in phnom penh sind. ich habe das gefühl, ganz phnom penh wimmelt von gießenern ;)

die arbeit ist recht abwechslungsreich. ich unterrichte immer noch englisch zwei stunden am tag. ab und zu, wenn die Kinder mal keine schule haben, ist etwas zeit, kreativ zu werden. letzte woche habe ich zum beispiel perlen aus papier mit ihnen gebastelt, was sogar bei den jungs gut ankam und mich am nächsten tag zwei jungs darauf ansprachen, ob wir es heute nicht heute auch basteln könnten.
nächste woche sind wieder drei feiertage an denen ich mit ihnen lighttagging und scherenschnitte mit ihnen machen möchte. auch unsere kletterwand wird dann wieder zum einsatz kommen.
ansonsten sitze ich auch viel im büro (da gibt es jedenfalls eine klimaanlage) und plane einige dinge, wie z.b. meinen englischunterricht, wo wir gerade das Thema "Vulkane und Erdbeben" haben oder kleine tests über die unregelmäßigen verben geschrieben werden.
mit der voluntärin des chibodia HOPE kinderheimes und unserer ärztin, planen wir gerade eine seminarreihe für die älteren kids: "sexual education". dies ist hier ein sehr heikles Thema und ich bin gespannt, wie wir es angehen können. dabei ist unsere ärztin, die eine khmer ist, sehr hilfreich.
viele andere kleine aufgaben wie z.b.: "richtiges zähneputzen", "ideensammlungen", "praktikumsvorbereitung für die älteren kids", schwimmen, skaten, music-art-school besuche, englische vorträge mit den älteren mädels besuchen etc. etc.... gehören zu meinen aufgaben.
so langsam habe ich meine aufgaben gefunden. ich brauche oft eine längere zeit, bis ich in eine arbeit hineinkomme und beobachtet habe, wie alles funktioniert und wie die kinder so drauf sind. hier kam dann noch die kultur dazu, die man beachten sollte ;)
ich merke, wie mein anerkennungsjahr immer noch an mir nagt und ich viel bestätigung brauche um sicher in der arbeit zu sein und mich entfalten zu können.
was ich auch interessant finde, wie lange man braucht, um sich auf die verschiedensten neuen menschen einzulassen, seien es voluntäre, leiter oder auch die kinder (obwohl die es einem noch am einfachsten machen ;))
ein Volontär, der bereits schon 42 ist, ist jetzt nach hause geflogen. er hat mir das zusammen wohnen mit seiner cholerischen, besserwisserischen und in schubladendenkenden art nicht sehr einfach gemacht. habe selten innerlich solche Aggressionen empfunden, wie bei ihm.
ich glaube ich kann hier viel lernen. das zusammen leben mit "fremden menschen" (trotz jahrelanger wg Erfahrung), die sehr unterschiedliche sauberkeitsansprüche haben wie man selbst (abschiedsfeier veranstalten und danach ohne aufräumen abhauen), das arbeiten in einer deutschen organisation aber in einem fremden land und das arbeiten mit kindern aus einer total anderen kultur.

in den sommerferien (Juli-september) wird ein pärchen aus deutschland kommen, die schon sehr viel erfahrung mit kindern haben. sie werden einige projekte auf die beine stellen, auf die ich sehr gespannt bin. auch wird es einen ausflug ans Meer geben.

im august kommt meine kleine schwester doro zu besuch und wir werden ein wenig herumreisen. ich bin sehr gespannt und freu mich total jemanden meinen derzeitigen "lebensraum" zeigen zu können!
ich freu mich auch immer wieder über mails oder skype/hangout - Gespräche!



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