die Kultur in Kambodscha ist schon eine sehr andere als in Deutschland. ich will euch ein paar eindrücke mal berichten.
zum einen fällt man hier auf weil man weiß, groß und blond ist. man wird angeschaut. Mütter fordern ihre Kinder auf, uns zu winken und hello zu sagen und meine heimkinder fassen immer wieder meine haut an. wenn ich 5 Minuten in der sonne stehe, komme unsere kinderheimmuttis (Betreuerinnen) und meinen, dass ich aus der sonne gehen soll, da ich sonst braun werde. wenn man dann braun geworden ist, berühren sie deine haut und sagen: "broken".
sie betonen immer wieder wie schön doch die weiße haut sei, wie klein und lang meine Nase wär oder wie schön doch blonde haare und blaue Augen seien. sie würden so gerne tauschen. es gibt hier sogar whitening-deo und whitening-creme. die haut wird immer bedeckt vor der sonne und teilweise versuchen sie sich die haare blond zu färben. leider wird man hier immer als weiße gesehen und kann sich somit nur schlecht in die Kultur einbringen. weiß bedeutet gleich geld und man ist somit etwas besseres.
eine Mitarbeiterin von mir erzählte mir, dass wenn die ehe mit ihrem mann nicht klappt, sie sich einen weißen sucht, damit ihre Kinder dann jedenfalls weiß werden. die Frauen hier haben generell den Traum davon, einen weißen mann zu bekommen. man sieht hier Immer wieder alte weiße Säcke (Männer), die mit einer jungen, knapp bekleideten Kambodschanerin flirten. eigentlich ist es hier nicht gang und gebe, dass Frauen sich so freizügig anziehen, aber um sich ihren Traum erfüllen zu können wird hier einiges in kauf genommen.
ansonsten gehen hier Frauen schon eher dem Lebensziel Ehefrau und Kinder haben entgegen und es gehört sich auch nicht sich scheiden zu lassen oder Probleme anzusprechen.
viele Männer hier haben neben ihrer Ehefrau noch weitere Familien, die sie unterstützen. oft wissen ihre ehefrauen nichts davon. (wenn ich das richtig verstanden habe- khmerenglisch ist dann doch oft nicht soooo gut zu verstehen ;))
die Kinder im heim haben sehr strenge ausgeh-regeln. ein Mädchen (17/18 Jahre) fragte einmal ob sie mittags um 12 ins kino mit ihren Freundinnen gehen dürfte. unsere "Muttis" haben es ihr verboten. der Konflikt hier besteht immer wieder zwischen den deutschen und den khmer Frauen. es sei zu gefährlich. sie könnten gekidnappt und verkauft werden oder sich heimlich mit jungs treffen.
ich frage mich wie hier alle schon so jung verheiratet sein können, aber anscheinend nicht mit jungs wirklich in Kontakt kommen dürfen…
hier wird man mit 26 Jahren komisch angeschaut, wenn man noch nicht verheiratet ist. gut, dass ich jünger aussehe!
Hochzeiten gibt es hier ständig und das mitten auf der Straße. da werden zelte aufgebaut und dann muss man halt mit dem moto drum herum fahren oder mitten durch. vor der Hochzeit dürfen die Brautleute auch nicht mehr ausgehen. es darf ihnen nichts passieren, da eine Hochzeit ja teuer ist! während der Hochzeit gibt es mehrere Zeremonien, wo immer ein anderes Outfit herrscht für das Brautpaar. zum thema Hochzeiten werde ich aber nochmal mehr berichten, wenn ich auf einer gewesen bin, was mit Sicherheit noch passieren wird.
die armut hier fiel mir am Anfang sehr wenig auf. hier gibt es zwar viele die wenig geld haben, aber irgendwie arbeiten alle. da das leben sich hier eh größtenteils draußen abspielt, fällt es auch nicht auf, wenn Leute keine Wohnung haben. wenn man allerdings nachts durch die Straßen fährt, sieht man doch immer wieder menschen die auf dem Gehweg unter Moskitonetzen liegen und schlafen. Kinder kommen immer wieder zu einem und halten ihre Hände auf oder wollen Wasser trinken. auch verkaufen sie oft bücher oder schmuck. es ist schwer hier standhaft zu bleiben um dieses nicht zu unterstützen. auch sieht man teilweise menschen denen körperteile fehlen und die betteln gehen.
generell habe ich das Gefühl, dass hier jeder irgendwas verkauft oder tuktuk (bzw. moto) fährt um um die runden zu kommen. die Straßen sind voll mit kleinen läden.
in Deutschland bekommt jeder der nichts arbeitet trotzdem geld… vll gerät man somit aber schneller in ein tief?
was ist überhaupt Armut? geht es hierbei nur um das materielle? es ist interessant sich hiermit auseinander zu setzten. ich hoffe ich kann noch ein paar berichte von solchen menschen hören.
manchmal kommt es mir so vor, wenn ich über einen markt gehe, dass manche Klamotten aus unserer kleiderspende stammen und hier wieder verkauft werden. h&m und co zum Beispiel. gefaked?
wenn man hier essen geht in ein restaurant oder Café, ist es immer so eine Sache ob man wirklich seine Bestellung bekommt. teilweise werden Sachen vergessen oder es kommt vor, dass erst der eine sein trinken bekommt, dann sein essen, dann der nächste sein trinken, dann sein essen und der dritte bekommt nur sein essen und muss noch zweimal nach seinem trinken fragen.
"oh i forgot!" oder "we don´t have"!
eine Mahlzeit ohne reis wird sofort mit reis ausgeglichen!
Lebensmittel werden hier in der prallen sonne verkauft. kühlkette, was ist das?
da liegen dann die Tomaten, neben dem noch hüpfenden fischen und daneben dann die hühnerpopos oder füße oder auch mal eine kuhhufe.
aber es gibt hier auch echt leckere dinge zu essen. viele früchte, shakes, smoothies, nudeln mit gemüse, reis, soßen mit zitronengras, erdnusssoße etc. etc.
getränke sind hier super-süß und ich kann das meiste dadurch nicht trinken, auch wenn es hier echt gute Zahnärzte geben soll ;)
Kaffee wird hier mit süßer-milch getrunken und milch nur mit mehreren löffeln Zucker.
durch die Hitze herrscht hier eher ein chilliges Temperament was die Arbeit angeht. bzw gehört der Mittagsschlaf einfach zum leben dazu. essen und Mittagsschlaf muss auf jedenfall pünktlich sein. manchmal hab ich das gefühl alle angestellten im restaurant sind heute am "arbeiten". zwei bedienen, der rest steht herum.
deutsche Erzieher würden hier teilweise einen Kollaps bekommen. die Kinder fahren hier einfach mit auf dem moto/roller, auch mal ohne Helm, auch mal zu fünft darauf. auch im auto braucht man keine maximale Anzahl. was passt das passt und anschnallen braucht man nicht. Zweierreihen um mit den Kindern irgendwohin zu laufen brauch man auch nicht. den verkehr sind sie hier ja gewöhnt, da ist vorlaufen kein problem.
… Fortsetzung folgt!
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